Leitgedanke

Übungen

Ziel der Schulung

"Wer Verantwortung übernimmt, trägt auch Verantwortung für Macht und Grenzen."

für Ranger*Rover

Ich übernehme Verantwortung

→ ich erkenne Machtverhältnisse

→ ich respektiere Grenzen

→ ich greife ein bzw. hole Hilfe wenn etwas nicht stimmt

Der Fokus sollte wesentlich stärker auf Verantwortung und Machtstrukturen gerichtet sein.

 

Ranger*Rover können selbst Verantwortung übernehmen, Gruppenstunden planen und umsetzten und sind oft selbst Meufüs/Sifü/Stafü. Wir sollten sie nicht nur als potentielle Betroffene, sondern auch als Mitverantwortliche für eine sichere Gruppenkultur betrachten.

Beispiel:

Ein 19-jähriger Rover übernimmt zunehmend Verantwortung für eine jüngere Gruppe. Er versteht sich besonders gut mit einer 15-jährigen. Beide schreiben sich regelmäßig privat und treffen sich außerhalb der Gruppenstunden. Einige Ranger*Rover finden die Situation problematisch, möchten aber "keinen Stress machen".

 

Diskussion:

  • Welche Machtposition hat der Rover?
  • Welche Abhängigkeiten können entstehen?
  • Welche Grenzen müssen beachtet werden?
  • Warum kann "beide wollen das" trotzdem nicht die einzige Antwort/Frage sein?
  • Wann muss der Stara reagieren?
  • Wie kann man ansprechen, dass eine Situation problematisch wird?

Themen:

  • Macht und Autorität
  • Abhängigkeiten
  • Hierarchien
  • Grenzverschiebungen
  • sexualisierte Sprache
  • Beziehungen zwischen Leitern und Jugendlichen
  • Alkohol und andere Substanzen auf Lagern
  • digitale Kommunikation
  • Geheimhaltung
  • Loyalitätskonflikte
  • Umgang mit Verdachtsfällen
  • Verantwortung als zukünftige Leiter*innen

Beispiel:

Eine Stammesführung sagt zu einem Rover: "wenn du mir wirklich vertraust, erzählst du niemanden, was wir hier besprochen haben."

Diskussion:

  • Wann wird Vertrauen zu Manipulation?

Besonders wichtig: Ranger/Rover als zukünftige Leiter sehen und folgendes Modul einbauen:

„Wenn ich selbst Verantwortung übernehme“

Darin werden konkrete Regeln erarbeitet: (hier einige Beispiele)

  • Keine Geheimnisse zwischen Leiter*in und Kind.
  • Keine unnötigen privaten Einzelkontakte.
  • Keine erzwungene körperliche Nähe.
  • Keine sexualisierten Witze über Kinder oder Jugendliche.
  • Keine privaten Chats, die vor anderen verborgen werden sollen.
  • Keine Sonderbehandlung einzelner Kinder.
  • Keine Demütigung als „pädagogisches Mittel“.
  • Bei Unsicherheit einen anderen Leiter*n hinzuziehen.
  • Beobachtungen und Hinweise ernst nehmen.
  • Lieber einmal zu früh Hilfe holen als einmal zu spät.